Aus dem Erdölfeld Höver wird seit 1957 Erdöl gefördert. Die Förderung von Erdöl wie auch von anderen Bodenschätzen wie Salz, Torf oder Kalkmergel zur Zementherstellung genießt in der Region östlich der Landeshauptstadt Hannover eine große Tradition. Bis in die 1990er Jahre wurde neben dem Erdölfeld Höver auch aus den benachbarten Teillagerstätten Kronsberg-Pattensen und Lehrte Erdöl produziert.
Das Erdöl im Feld Höver hat sich in einer stratigraphischen Falle in porösen tonigen Sandsteinen des Dogger epsilon (mittlerer Jura) in einer Tiefe 575 bis 650 m angesammelt.
Über eine Einpressbohrung wird der abgetrennte Wasseranteil (ca. 98%) wieder in den Lagerstättenhorizont zurückgeführt.
Gleich nebenan ist im Misburger Hafen der Sammelpunkt für das in der gesamten Region geförderte Erdöl. Von Misburg aus wird das Erdöl zur Raffinerie in Lingen transportiert und dort für den weiteren heimischen Verbrauch aufbereitet. Es werden zum größten Teil Kraftstoffe daraus gewonnen.
Das Tanklager in Misburg wird in seiner heutigen Form seit mehr als 35 Jahren betrieben. Störfälle, von denen eine Gefährdung für das Umfeld hätte ausgehen können, hat es bisher nicht gegeben. Allerdings können solche Ereignisse nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.
Gemäß § 8a und § 11 der Störfall-Verordnung geben wir Ihnen im Folgenden einige wichtige Informationen zur Kenntnis:
Name des Betreibers und Angabe des Standortes:
Vermilion Energy Germany GmbH & Co.KG
Tanklager Misburg
Kreisstraße 33, 30629 Hannover
Telefon: 0511 / 544145-0
Benennung und Stellung der für Informationen zuständigen Personen:
Die Aktivitäten im Tanklager Misburg erfolgen durch die Vermilion Energy Germany GmbH & Co.KG.
Alle Informationen zum Tanklager Misburg, wie z.B. Aufgabe und Funktion, Absicherung und Organisation des Betriebs können beim Verantwortlichen für den Betrieb der Anlage angefragt werden.
Telefon: 0511 / 5930 015
Anwendung der Störfall-Verordnung und Erfüllung der Mitteilungspflichten:
Das Tanklager Misburg unterliegt den Vorschriften der Störfall-Verordnung. Sämtliche gesetzlich geforderten Maßnahmen wurden umgesetzt, Informationen und Dokumentationen (z.B. Sicherheitsbericht gem. § 9, Informationen zum Betrieb gem. § 7 der Störfall Verordnung) liegen dem Gewerbeaufsichtsamt Hannover als zuständiger Aufsichtsbehörde vor. Durch dieses erfolgt ebenfalls eine regelmäßige Vor-Ort-Besichtigung.
Ausführliche Auskünfte zur Vor-Ort-Besichtigung und den entsprechenden Überwachungsplan erhalten Sie beim Gewerbeaufsichtsamt Hannover (www.gewerbeaufsicht.niedersachsen.de).
Art und Zweck der Anlage:
In das Tanklager wird Rohöl aus norddeutschen Fördergebieten per Pipeline eingelagert und anschließend in Eisenbahnkesselwagen verladen, um zu einer Raffinerie transportiert zu werden.
Stoffe und Zubereitungen, die einen Störfall verursachen können, und deren wesentliche Gefährlichkeitsmerkmale:
Obwohl Vermilion alle notwendigen Sicherheitsvor kehrungen getroffen hat, können Brände oder die begrenzte Freisetzung gefährlicher Stoffe nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden. Dabei kann es zur begrenzten Freisetzung eines oder mehrerer der auf der folgenden Seite aufgeführten Gefahrstoffe kommen.
Gefährdungen bei einem Störfall einschließlich möglicher Wirkungen auf den Mensch und die Umwelt:
Roherdöl ist eine leicht entzündbare Flüssigkeit mit einem Flammpunkt unter 20 °C. Zu einer möglichen Gefährdung der Bevölkerung in der Umgebung des Tanklagers kann es durch dessen Entzündung und einer weiteren Ausbreitung eines Brandes kommen. Dabei entstehende Brandgase (Rauch) können gesundheitsschädlich sein und giftige Bestandteile enthalten. Ein weiteres Gefährlichkeitsmerkmal von Rohöl ist seine Umweltgefährlichkeit für Gewässer und Boden. Aufgrund der getroffenen Sicherheitsvorkehrungen (z.B. zusätzliche Auffangräume, flüssigkeitsdichte Flächen) hätte eine hypothetische Stofffreisetzung keine Folgen außerhalb des Tanklagers.
Warnung und fortlaufende Information über den Verlauf eines Störfalles:
Bei einem Störfall werden nach einem fest vorge gebenem Plan die örtlichen Feuerwehren und andere externe Rettungsfunktionen und Ärzte über die zuständige Feuerwehr-Einsatz-Leitstelle alarmiert und eingesetzt. Zeitgleich werden die zuständigen Behörden (Gewerbeaufsichtsamt Hannover, Stadt und Region Hannover) eingeschaltet. Die betroffene Nachbarschaft wird gegebenenfalls über Lautsprecherdurchsagen und/oder Rundfunkansagen gewarnt. Zusätzlich erfolgt eine Information über das Warn- und Informationssystem KATWARN sowie die Notfall-Informations- und Nachrichten-App (NINA) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Maßnahmen zur Begrenzung von Auswirkungen eines möglichen Störfalles:
Entsprechend unserer Sicherheitsphilosophie und der gesetzlichen Verpflichtungen haben wir bei Vermilion Energy Germany alle erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen zur Vermeidung eines Störfalles getroffen. Zur Begrenzung der Auswirkungen eines Störfalles – auch innerhalb unseres Betriebsgeländes – wurden Alarm- und Gefahrenabwehrpläne erstellt und mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Wir haben die örtliche Feuerwehr der Gemeinde Misburg mit unseren Anlagen vertraut gemacht und proben den Ernstfall und die Zusammenarbeit regelmäßig und unter Beteiligung der zuständigen Behörden.
Zur Bekämpfung und Begrenzung der Auswirkungen von Störfällen außerhalb des Betriebsgeländes hat die Stadt Hannover ihre Feuerwehr gemäß dem nieder sächsischen Brandschutzgesetz (NBrandSchG) den örtlichen Verhältnissen entsprechend aufgestellt, um im Notfall angemessen reagieren zu können.
Einholen weiterer Informationen:
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Betriebsleitung des Tanklagers Misburg (Telefon 0511 / 544145-0).
Verhalten im Störfall:
Richten Sie sich streng nach den „Verhaltensregeln für den Fall des Falles“:
Datum der letzten vor Ort-Besichtigung durch das Gewerbeaufsichtsamt Hannover (GAA Hannover): 2. Juli 2025